Opferroulette
ein Glücksspiel von Jason Bulmahn

Jason schreibt: "Als ich zum ersten Mal das Stonehenge Spielbrett sah, dachte ich: das sieht aus wie Roulette. In den nächsten Nächten wurde ich von Träumen geplagt, in denen eine riesige Steinkugel, von bärtigen Männern in Kutten getrieben, in einer groben Bahn um Stonehenge herum rollte und immer wieder in Kuhlen fiel, um die dort abgelegten Opfergaben göttergefällig zu zermalmen. Diesen Traum musste ich einfach in ein Spiel umsetzen."

Anzahl der Spieler: 2 bis 5

Spielziel:
Die Spieler sind die Götter eines Kults, die versuchen ihren Favoriten zum Hohepriester zu machen. Dazu müssen Sie beim großen Rollende-Steinkugel-Ritual zu den Tagundnachtgleichen die Opfergaben der anderen Druiden zermalmen und die des eigenen Kandidaten unbeschädigt erhalten.


Mögliche Startposition für 4 Spieler


Mögliche Spielsituation für 4 Spieler

Zubehör: Für Opferroulette benötigt man eine Steinkugel (neutrale Figur), die Zahlen-Karten, die Trilith-Karten, das Spielfeld und für jeden Spieler 10 Opfergaben (Scheiben) und 1 Favoriten (Spielfigur) einer Farbe.

Spielaufbau: Die Zahlen-Karten und Trilith-Karten werden zusammengemischt und jedem Spieler 10 Karten ausgeteilt. Jeder Spieler platziert dann für jede seiner Karten eine Opfergabe in die entsprechende "Kuhle" (Tag- oder Nacht-Feld) auf dem Inneren Ring.
Beispiel: Bei einer Tag-Karte mit dem Wert 4 kommt die Opfergabe auf das Tag-Feld vom Zahlen-Feld 4.
Wer eine Trilith-Karte zieht darf seine Opfergabe, nachdem alle anderen Opfergaben gelegt wurden, in eine beliebige Kuhle legen. Gibt es mehrere Spieler mit Trilith-Karten werde diese in der Reihenfolge weiß, blau, grün, gelb und rot abgewickelt.
Wenn nur zwei Spieler mitspielen, werden 10 weitere Karten gezogen und entsprechend 10 neutrale Opfergaben in einer nicht von den Spielern benutzten Farbe platziert. Alle Trilith-Karten werden ignoriert und dafür ein Ersatz gezogen.
Schließlich wird eine weitere Karte gezogen und die "Steinkugel" (neutrale Figur) auf das zugehörige Zahlenfeld auf dem Äußeren Ring platziert. Die neutrale Figur wird dabei so gestellt, dass ihr Gesicht im Uhrzeigersinn ausgerichtet ist und dadurch die Rollrichtung vorgibt.
Um seine Spieler-farbe anzuzeigen, stellt jeder Spieler seinen Favoriten vor sich.
Schließlich werden alle Karten wieder zusammengemischt und an jeden Spieler 5 Karten ausgeteilt und ein Startspieler bestimmt.

Spielablauf:
Die Spieler spielen reihum im Uhrzeigersinn in Zügen. Das Spielfeld wird ähnlich wie ein Roulettemaschine verwendet. Die Steinkugel rollt über den Äußeren Ring und fällt immer wieder in die Kuhlen des Inneren Rings und zermalmt dabei die in ihr liegenden Opfergaben. Die Kugel kann sich sehr sprunghaft bewegen und auch die Richtung wechseln.

Die Kugel beeinflussen:
Wenn ein Spieler am Zug ist, kann er eine oder mehrere Karten einer Farbe ausspielen und die Kugel in die Richtung bewegen, in der sie ausgerichtet ist.
Dabei kann jede Karte einer der folgenden Effekte zugeordnet bekommen:
-> Die Kugel bewegt sich: Die Kugel rollt weiter bis zum nächsten Feld der gleichen Farbe, die die Karte zeigt.
-> Die Kugel fällt: Die Kugel fällt in eine Kuhle. Dazu muss sie zuvor im selben Zug mindestens mit einer anderen Karte des gleichen Spielers bewegt worden sein.
-> Die Kugel bewegt sich und fällt: Wenn die Karte die gleiche Zahl zeigt, wie das Feld in das die Steinkugel mit der Karte gezogen wird, fällt die Kugel im Anschluss an diese Bewegung in eine Kuhle.
Diese Effekte können miteinander kombiniert werden. Aber nachdem die Kugel in eine Kuhle gefallen ist, endet der Zug des Spielers.

Beispiel: Ein Spieler spielt 3 rote Karten auf. Nun kann er entweder die Kugel drei rote Felder weiterziehen oder zwei rote Felder und sie dann in eine Kuhle fallen lassen oder er zieht drei rote Felder weiter und lässt sie fallen, wenn er dann noch als dritte Karte eine Karte spielen kann, die zu dem Zahlenfeld passt, auf das er die Kugel mit der Karte zieht.

Spieler darf zusätzlich eine oder mehrere Trilith-Karten spielen. Jede Trilith-Karte führt zu einem Richtungswechsel. Die Figur wird in die entgegengesetzte Richtung auf dem Äußeren Kreis ausgerichtet. Zwei Trilith-Karten heben sich gegenseitig auf.

Nachdem die Karten gespielt wurden, zieht der Spieler wieder so viele Karten vom Stapel nach, nach wie er auf der Hand halten darf (zu Anfang sind das 5). Ist der Stapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel gemischt und zum neuen Stapel.

Die Kugel fällt:
Wenn die Kugel fällt, zieht der Spieler eine Karte vom Kartenstapel. Er legt sie offen auf den Ablagestapel, um zu sehen, wo sie hinfällt:
-> Nacht-Karte: Die Kugel fällt in die Kuhle des Nacht-Feldes.
-> Tag-Karte: Die Kugel fällt in die Kuhle des Tag-Feldes.
-> Trilith-Karte: Die Kugel hüpft in die Kuhlen des Tag- und des Nacht-Feldes.
Alle von der Kugel getroffenen Opfergaben sind zersteurt, werden vom Spielfeld genommen und dem am Zug befindlichen Spieler gegeben. Dieser legt sie neben seinen Favoriten.
Wenn ein Spieler seine eigene Opfergabe zerstört, darf er als Entschädigung seine Kartenhand bis zum Ende des Spiels um eins erhöhen. Um das anzuzeigen, werden die Opfer direkt neben den Druiden gelegt.

Beispiel: Wer zwei eigene Opfer zermalmt hat, spielt von da an mit sieben Karten (5 Basis + 2 extra für die eigenen Opfer) weiter.

Die Steinkugel wird nachdem sie gefallen ist, vom nächsten Spieler am Zug wieder weiter den Äußeren Ring entlang bewegt

Spielende:
Das Spiel ist beendet, wenn der Kartenstapel zum zweiten Mal durchgespielt wurde. Bei fünf Spielern, wird der Stapel dreimal durchgespielt.
Die Spieler zählen nun ihre Siegpunkte, um den Sieger zu bestimmen.
-> Für jedes eigene Opfer, das noch in einer Kuhle liegt, gibt es zwei Siegpunkte.
-> Für jedes Opfer, das der Spieler zerstört hat, bekommt er einen Punkt - unabhängig davon, ob es sein eigenes, ein fremdes oder ein neutrales Opfer war.
Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt und darf zusehen, wie sein Favorit zum Hohepriester gekürt wird.

Jason Bulmahn ist der Chefredakteur vom Dragon Rollenspiel-Magazin und ist der Produkt Manager der GameMastery Abenteuer-Serie von Paizo Publishing. Dies ist sein erstes Brettspiel, dem er es erlaubt hat, seine kreativ-wahnsinnige Werkstatt zu verlassen, aus der noch tief in der Nacht laut hämmernde klassische Musikstücke und erstickte Schreie zu hören sind.