Artifälschungen
von Sean Fletcher

Sean schreibt: "Stonehenge wurde als Modellpuppen für druidische Modedesigner gebaut, die auf die Anfertigung sehr, sehr großer Hosen spezialisiert waren. Diese Modedesigner gibt es heute nicht mehr und dieses Spiel handelt nicht von ihnen - das Gleiche gilt für die Hosen. "

Anzahl der Spieler: 2

Spielziel:
Die archäologischen Ausgrabungsteams in Gebiet von Stonehenge stehen alle vor dem Ende. Überall wurde schon gegraben. Alles ist weg. Der einzige Weg, heute noch sein Auskommen zu sichern, ist es, heimlich selber alten Plunder zu vergraben und den Chefinspektor des Museums zu bestechen, diesen Plunder als Fundstücke zu akzeptieren.
Das Ziel ist es, der erste Archäologe zu sein, der es schafft, seinen persönlichen Ruin durch den Verkauf von Plunder als einmalige Artifakte abzuwenden.


Mögliche Startposition


Mögliche Spielsituation

Zubehör:
Für Artifälschungen werden das Spielfeld, die Zahlen-Karten, der "Chefinspektor des Museums" (neutrale Spielfigur) und für jeden Spieler 1 Archäologe (Spielfigur) und 20 Artifälschungen (10 Blöcke und 10 Scheiben) einer Farbe gebraucht.

Spielaufbau:
Die Trilithen-Karten repräsentieren fünf großartige archäologische Fundstücke und haben deswegen in diesem Spiel keinen Platz. Sie bleiben in der Schachtel. Die Zahlenkarten werden gemischt und in die Mitte des Spielfelds gelegt. Die Archäologen kommen auf den ersten Doleriten der 19 Steine langen Doleritenreihe. Der Chefinspektor kommt auf das Feld 1 auf dem Äußeren Ring. Die Artifälschungen legt jeder Spieler als Vorrat vor sich hin. Sie repräsentieren den wertlosen Tand, den die Archäologen im Boden verscharren, um sie als Artefakte an den Chefinspektor zu verkaufen. Fähige Experten würden den Plunder sofort als solchen erkennen. Glücklicherweise haben fähige Experten in diesem Spiel keinen Platz. Die Archäologen entscheiden auf traditionelle Weise, wer anfangen darf: Stein, Schere, Papier oder ein Schaufelkampf.

Spielablauf:
Das Spiel läuft über 3 Durchgänge. Jeder Durchgang besteht nacheinander aus Vergraben, Ausgraben und Verkaufen.

Vergraben:
Die Spieler sind reihum am Zug die Artifälschungen au ihrem Vorrat zu vergraben. Dazu platzieren sie reihum immer eine Artifälschung auf einem Zahlenfeld des Äußeren Rings. Im späteren Verlauf zählen Scheiben einen Punkt und Blöcke zwei Punkte. Man darf seine Artifälschungen auf Feldern vergraben, wo schon welche vergraben sind, aber in keinem Feld dürfen mehr als 5 Punkte vergraben werden. Hierbei werden die Artifälschungen beider Spieler zusammengezählt.

Beispiel: Wo schon zwei Blöcke vergraben wurden, kann nur noch eine Scheibe von einem Spieler hinzukommen.

Hinweis: Es ist zu empfehlen, beim ersten Spiel die Artifälschungen einfach schnell auf den Zahlenfeldern zu verteilen, ohne das Maximum zu überschreiten und sich groß Gedanken zu machen.

Das Vergraben wird so lange fortgesetzt, bis kein Spieler mehr etwas in seinem Vorrat liegen hat. Jetzt ist es Zeit, sie wieder auszugraben.

Ausgraben:
Jeder Spieler bekommt 5 Karten vom Kartenstapel ausgeteilt. Der Spieler, der als letztes etwas vergraben hat, beginnt die Ausgrabung. Er spielt eine Karte und bewegt den Chefinspektor entsprechend der gespielten Karte. Das Feld, auf dem er anschließend steht, wird ausgegraben.
Eine Karte kann auf zwei Arten zum Bewegen eingesetzt werden: mit der Zahl oder mit der Farbe.
Bewegung durch die Farbe: Die Farbe bringt so viele Bewegungspunkte, wie der Spieler Farbfelder in der gespielten Farbe hat, auf denen er Artifälschungen vergraben hat. Die Menge der Artifälschungen ist dabei unerheblich. Maximal sind 5 Bewegungspunkte möglich.
Bewegung durch die Zahl: Die Zahl bringt so viele Bewegungspunkte, wie der Spieler eigene Artifälschungen auf dem der gespielten Zahl entsprechenden Zahlenfeld hat. Hierbei bringen die Scheiben 1 Punkt und Blöcke 2 Punkte. Maximal sind 5 Bewegungspunkte möglich.

Der Chefinspektor zieht: Mit den Bewegungspunkten kann der Chefinspektor mit oder gegen den Uhrzeigersinn gezogen werden. Der Chefinspektor darf nicht hin und her gezogen werden und muss die Bewegungspunkte voll ausschöpfen. Die gespielte Karte kommt offen auf den Ablagestapel auf dem Altarstein.
Wenn der Spieler keine Karte mehr spielen kann, die ihm Bewegungspunkte bringt, muss er trotzdem eine Karte aufspielen und diese offen vor sich hinlegen. Der Chefinspektor wird dadurch nicht bewegt und der Spieler hat seine Zeit verschwendet. Das ist nicht gut.
Der Chefinspektor ist ein ungeduldiger Mensch. Wenn er viermal hintereinander nicht gezogen wird, erklärt er die Grabungsstätte für leergefegter als das Vakuum im Gehirn seiner Gehilfen und fährt nach Hause, was das Spiel beendet.

Der Chefinspektor bewertet: Nachdem der Chefinspektor bewegt worden ist, werden die Artifälschungen im Zahlenfeld vor seinen Augen ausgegraben. Er wertet alle Artifälschungen des am Zug befindlichen Spielers als "unbezahlbare Zeugnisse der Vergangenheit von hohem kulturellen Stellenwert". Das ist gut für den Spieler, denn er darf sie zum Verkauf vor sich legen. Dann befindet der Chefinspektor alle im Zahlenfeld ausgegrabenen Artifälschungen des anderen Spielers als das, was es ist: Müll. Diesen schmeißt er auf die Halde in die Spielplanmitte, neben den Ablagestapel. Da die Sachen dabei endgültig kaputt gehen, dürfen sie nicht mehr verwendet werden.

Danach ist der andere Spieler an der Reihe. Wenn beide Spieler alle ihre 5 Karten gespielt haben, ist die Ausgrabungsphase vorbei und die Spieler dürfen verkaufen.

Verkaufen:
Jeder kann nun alle vor ihm liegenden Fundstücke für ihren Punktewert (2 für einen Block und 1 für eine Scheibe) verkaufen und rückt seinen Archäologen entsprechend viele Doleriten auf der Doleritenreihe weiter. Für jede Karte die vor ihnen liegt, weil sie den Chefinspektor nicht ziehen konnten, wird er ein Feld rückwärts gezogen.
Wenn kein Spieler das letzte Feld der Doleritenreihe erreicht hat und noch weitere Durchgänge ausstehen, geht es weiter mit erneutem Vergraben. Zu beachten dabei ist, dass nur noch Artifälschungen vergraben werden dürfen, die verkauft worden sind. Alles, was schon vergraben ist, bleibt dort liegen und alles, was auf dem Müll liegt, ist aus dem Spiel.

Spielende:
Sobald ein Spieler 20 Punkte gesammelt hat und dieses verkündet (je Fan in einer Loge 3 Punkte, je Fan auf einem Trilith 2 Punkte und je Festival-T-Shirt 1 Punkt), hat dieser gewonnen und das Spiel ist beendet.

Paul "Mr. Suitcase" Peterson ist als Autor des Kartenspiels Guillotine bekannt geworden. Zu seinen anderen Arbeiten zählen Clout Fantasy, das Online Spiel Horizons: Empire of Istaria und das Sammelkartenspiel Bella Sara. Manchmal sinniert er darüber, was aus seinem Leben geworden wäre, wenn er sein Astronomiestudium weiterverfolgt hätte. Aber dann erinnert er sich daran, dass der alte Schuhpolitur-aufs-Okular-des-Telekops-schmieren-Witz nur die ersten paar Mal noch witzig war.